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"Einer geht durch die Stadt..." - Beobachtungen, Notizen, Kritik, Anregungen...

Worms - einfach sagenhaft, wie ich auf der Homepage versuchte darzustellen. Eine tolle Stadt, aber es könnte besser sein, und das vorhandene ist ständig bedroht! Und die Bedrohung unseres Erbes, unserer Identität, Geschichte und der Lebensqualität scheint in den letzten Jahren rasant zuzunehmen.
Es gibt viel zu tun, um das historische und kulturelle Erbe in Deutschlands ältester Stadt, Worms, und seinen Stadtteilen zu bewahren! Hier ein paar persönliche Beobachtungen...

Work in Progress, denn es gibt viel mehr für diese Webseite... Und Webdesign kostet nun mal leider Zeit...!
Siehe auch meine anderen Worms-Seiten, z.B. zur "Stadtverschandlung" und zum Herrnsheimer Schloß


Der Lutherplatz - und die Lutherstadt Worms

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Grau in grau - das neue Pflaster und der Sockel des Lutherdenkmals. Wie schön war es doch früher...
Lutherplatz Worms
Alles neu am Lutherplatz - Rasen, Wege,... - aber die seit Jahren fehlenden Bäume wurden nicht ersetzt: Rasen statt Bäume, wo eine Riesen Lücke klafft
Worms Lutherplatz Architektur
Und wieder soll ein Haus abgerissen werden: das erste Haus links. Gut, keine Schönheit, aber wie wird der Neubau aussehen? Wo bleibt die Denkmalpflege bei der Neugestaltung? Wir brauchen keinen häßlichen Plattenbau am Lutherplatz, sondern ein Haus, daß der Bedeutung des Platzes und dem Ambiente gerecht wird, so wie das neoklassische Haus aus dem 19. Jahrhundert; letzteres wird visuell untergehen, wenn es nur noch von hohen, modern Bauklötzen umgeben ist.
Sehr schön. 700.000 Euro für die Sanierung des Lutherplatzes im Jahre 2015. War das notwendig, wenn man bedenkt, wie es in anderen Teilen der Stadt aussieht? Ganz klar: Martin Luther, der Wormser Reichstag und das größte Reformationsdenkmal der Welt sind wichtig, und wir müßten viel mehr tun! Aber die Bedeutung Luthers wird nur selten in Worms während der letzten 25 Jahren gewürdigt; und vor gut einem Jahr wurde das Diakonie Lädchen „Beim Luther“ am Lutherplatz, das bei vielen Wormsern und Besuchern sehr beliebt war und auch für Touristen ideal plaziert war, aus dem städtischen Verkehrshäuschen vertrieben und durch eine „Wurstbude“ ersetzt! Und wieviel Hinweise gibt es in der Stadt auf die Lutherkirche - ein Jugendstil Juwel am Karlsplatz, oder auf das sogenannte Lutherpförtchen und den Lutherbaum? Sind der Ort der Saalstiege und des Reichstags noch für Wormser und Touristen leicht erreichtbar (der Heylshof mit einen Luther-Erinnerungstafeln ist so oft geschlossen heutzutage...) Und wie peinlich ist das "Luther-Zimmer" im städtischen Museum im Andreasstift? Vor 1945 gab es hier die Lutherbibliothek im Museum. So viel zur wohl nur geringen Rolle von Martin Luther aus der Sicht der heutigen Stadtverwaltung, obwohl Touristen aus aller Welt zur Reformationsstadt Worms pilgern!

Schon seit 1521 gedenkt man Martin Luther in Worms, mit Spenden aus aller Welt sowohl für die barocke Dreifaltigkeitskirche, als Reformationsgedächtniskirche, als auch für das Lutherdenkmal. Protestanten aus aller Welt wissen wie wichtig der Reichstag 1521 für die Reformation war, aber in Worms wohl nicht mehr: nein, der Thesenanschlag in Wittenberg war nicht wichtig, und auch die Erfindung der Druckerpresse war nur sekundär wichtig für Luthers Erfolg. Wichtig war der Reichstag. Selbst heutzutage mit unseren elektronischen Medien, Facebook, Twitter, Skype und Videokonferenzen & Co. sind persönliche Treffen entscheidend! Und vor rund 500 Jahren war es essentiell, daß Luther nicht nur die Möglichkeit hatte, vor den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches persönlich zu treten, sondern daß damals, als erster Reichstag eines neuen Kaisers, alle wichtigen Stände, Adelige, Klerus, Städte, etc. aus dem gesamten Reichsgebiet in Worms vertreten waren. Luther war nur eine Woche in Worms, aber eine Woche, die die Welt verändern sollte. Warum sonst haben die Preußen den Bau des gigantischen Lutherdenkmals im 19. Jh. in Worms finanziert und nicht in den preußischen ("Luther")Städten, wie Wittenberg, Eisenach und Erfurt?!  - Statt Nibelungen-Museum wäre ein Luther/Reformations-Museum viel erfolgreicher gewesen - ein Museum, daß die Geschichte der Reichstage in Worms ebenso kommuniziert, wie die Tage, die Luther in Worms verbracht hatte.


Doch zurück zum Lutherplatz! Wenn man schon den Platz neu gestalten, hätte man auch die fehlenden Bäume wieder pflanzen sollen, die schon seit Jahren am Lutherplatz fehlen. Und wenn man schon so viel Geld ausgibt, hätte man sich vielleicht mehr Gedanken machen sollen, mehr Visionen für ein schöneres Worms und einen schöneren Lutherplatz. Macht es Sinn, ein langweilig graues Straßenpflaster auszuwählen? Dieses Pflaster bietet keinen Kontrast zum Lutherdenkmal. Alles grau in grau! So wie Anfang der 1990er Jahre beim Ludwigsplatz, wo man auch alles in der selben Farbe gestaltet hat - Platzbelag und Ludwigsdenkmal, was einfach nicht besonders gut aussieht. Noch vor rund 30 Jahren hatte der Lutherplatz einen rosaroten Belag, wie sich einige Wormser vielleicht noch erinnern können. Das sah gar nicht schlecht aus. Jetzt mit dem neuen Pflaster hätte man ja noch innovativer sein können, z.B. durch Muster: wie wäre es mit einer großen Lutherrose in der Platzmitte?

Wiedermal, viel Geld für Wenig, während andere Orte in Worms dringend neugestaltet werden müßten (Fischmarkt, Neumarkt, Valckenbergstraße, Hagenstraße, u.v.a.m.), von den Vororten mal ganz abgesehen...
Worms Luther Lutherplatz
Wie sehr man Martin Luther heute achtet, sieht man ja hier bei "Worms blüht auf" (April 2016): die Zelte stehen genau vorm dem größten Reformasionsdenkmal der Welt! Hier, wo jeden Tag hunderte Touristen Photos machen... Was ist noch gleich der Sinn von Events, wie "Worms blüht auf"? Ach ja: "Stadtmarketing"! Worms den Besuchern von seiner attraktiven Seite zeigen! Wiedermal brilliant gemacht!

Hauptbahnhof, Auxerre & St Albans Platz - Platzgestaltung im Stil der 1960er Jahre

Es ist eine Schande, meiner Meinung nach: Wie kann man eine häßliche Betonwüste am Westeingang des Bahnhofs, eingezwängt/eingepfercht zwischen Parkhaus und alten Güterbahnhof, den Namen „Auxerre Platz“ geben. Was werden denn die Bürger unserer französischen Partnerstadt im Burgund denken? Das grenzt ja eher an Beleidigung.
Hier, an der Westseite des Hauptbahnhofs, hatte man endlich die Chance für eine Neugestaltung. Und man hat sie mal wieder völlig vergeudet! In anderen Städten schafft man eine neue Urbanität mit Plätzen und Architektur die beeindrucken, die neue Räume schaffen, mehr Lebensqualität bieten,... In Worms sieht es mal wieder nach einer völlig planlosen, chaotischen Ansammlung von Häusern und Straßen an der Westseite des Bahnhofs aus. Wer hat denn hierfür nur den Plan entworfen?


Worms Stadtplanung Hofmann 1890
Ausschnitt aus Karl Hofmann's Stadtplan von 1890 - deutlich erkennbar, das Areal zwischen Hauptbahnhof und Bebelstraße - u.a. mit einem neuen zentralen Platz an der Kreuzung von Carl-Schurz-Straße, Hegelstraße, Von-Steuben-Straße. Platzgestaltung essentiel für Urbanität, denn wir sind hier in der Innenstadt, nicht in einer Siedlung am Stadtrand...
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Statts Urbanität, Vorort-Atmosphäre an der Westseite des Hauptbahnhofs. Nein, wir sind hier nicht am Stadtrand, sondern mitten in der Stadt!
Worms Busbahnhof Vorplatz Verschandelung
10 Jahre hat man gebraucht, um den alten Busbahnhof am Hauptbahnhof abzureissen und den "St. Albans Platz" zu schaffen! Unsere Partnerstadt wird sich sehr über diese Betonwüste gefreut haben. Ein häßlicher, toter Platz. Und Stadtplanung wieder super: wo ist der Platz für die Taxis und Kurzparker am Hauptbahnhof, und warum müssen die Busse um 10 Ecken fahren, um auf den neuen Busbahnhof zu kommen (damit die Passagiere buskrank werden?)? Gleichzeitig hat man die Freitreppe des Hauptbahnhofs entfernt: so viel zur Denkmalpflege. Mal wieder eine Meisterleistung! Eine tolle Bereicherung! Viel Geld für Nichts.
Worms Hauptbahnhof Beton Wüste
Auxerre müßte eigentlich seine Partnerschaft kündigen: Aber die Stadtverwaltung ist, wie man hört, stolz auf diese Betonwüste - vergleichbar mit der Architektur am Ludwigshafener Hauptbahnhof Ende der 60er Jahre! Hier, am Osteingang des Hbf und dem Ende der Von-Steuben-Straße, als neue Magistrale aus Richtung Norden, hätte ein neuer zentraler Platz entstehen können! Statt dessen erscheint alles nur als eine Anreihung spontaner, unüberlegter Improvisationen!

Die Woog-Brücke & der Rheintorplatz

Worms Rheintorplatz und Woog Brücke
Warum recherchiert Tiefbauamt und Denkmalpflege in Worms nicht die vorhandenen Pläne bevor man mit Bauvorhaben angängt? Warum recherchiert man nicht in der Altstadt? 1891 wurde die alte Brücke von der Rheinpforte schon mal ausgegraben und dokumentiert! 110 Jahr später ist sie die große Überraschung!!! Wie ist so etwas möglich?! (hier ein Ausschnitt des Originalplans von den Ausgrabungen im 19. Jh., der im Stadtarchiv liegt.)
Die große Überraschung vor ein paar Jahren: eine alte Brücke über den Woog (einem ehem. Seitenarm des Rheins) hatte man bei Straßenarbeiten an der ehemaligen Rheinpforte am Rheintorplatz entdeckt. Alle Pläne mußten geändert werden, um dieses neue Bauwerk zu erhalten. Aber wie so oft, hätten die Angestelten der Stadt einfach mal recherchieren sollen, bevor sie mit dem Bauen anfangen - so, wie sich das ja eigentlich gehört! Diese Brücke wurde bereits vor über 100 Jahren entdeckt, ausgegraben und dokumentiert! Die Pläne liegen im Stadtarchiv und sollten allen Beteiligten bekannt sein. Bevor man mit dem Bau eines Kreisverkehrs anfängt, und dann die ganzen Pläne für viel Geld umstürzen muß, hätten einfache Recherchen nicht nur viel Geld gespart, sondern vielleicht auch eine bessere Lösung ermöglicht, sowohl für die Straßenführung am Rheintorplatz, als auch für dieses „Loch“ (oder Abfallgrube), das Zugang zu den Überresten der Woog-Brücke bietet. Alles in allem mal wieder ein typisch Wormser Fiasko.
Tatsächlich sieht der alte Rheintorplatz heute mehr als katastrophal aus! Und wie der alte Plan von 1891 zeigt, wollte man hier auch eine Straße bauen, wo heute die Shell-Tankstelle ist. Die Möglichkeit einer Grünanlage vom Rheintorplatz in Richtung Tortumplatz hat man sich verbaut, als man in den 1980er Jahren erlaubt hat, daß vor die Stadtmauer am Mayfels, auf der Fläche einer Gärtnerei, Reihenhäuser gebaut werden dürfen.


Von der „neuen Rheinbrücke“, die keine ist, und vom Nibelungenring/B9

Bei der Planung der neuen Rheinbrücke vor über 25 Jahren sahen die ursprünglichen Pläne eigentlich unter anderem eine völlig neue landschaftliche Gestaltung des gesamten Rheinumfeldes vor, mit einem Kanal von Sicherheitshafen bis zum Hagendenkmal, mit einem direkten Anschluß an den Stadtpark, u.v.a.m.
Damals wollte man die erste Landesgartenschau in Rheinland-Pfalz hier organisieren (mittlerweile gab es schon viele Landesgartenschauen in RLP, aber nicht in Worms...)

Das Resultat heute - eine städtebauliche Katastrophe. Worms ist nun endgültig vom Rhein abgeschnitten. Im Gegensatz zum alten Nibelungenring läßt sich die neue B9 nicht mehr einfach überqueren. Die Straßenführung ist eine totale Katastrophe: wie viele Seitenstraßen wurden abgehängt von der wichtigen Nord-Süd-Achse: die neue Straßenführung ist nur noch für den Durchgangsverkehr konzipiert, aber der innerstädtische Verkehr muß nun durch die völlig überlastete Altstadt! Wie kommt ein Autofahrer vom Hauptbahnhof oder Lutherplatz auf die B9 in Richtung Rheindürkheim und Mainz? Früher konnte man einfach die Herzogenstraße, Rheinstraße oder Berliner Ring bis zum Nibelungenring fahren und dann links in Richtung Rheindürkheim-Oppenheim-Mainz abbiegen. Das geht nun nicht mehr! Entweder durch die ganze Stadt nach Süden (via Ludwigstraße od. Klosterstraße) auf die B9 oder durch die Mainzer Straße - so wie vor 50+ Jahren. Fortschritt ist das nicht! Es kreiiert mehr Verkehr innerhalb der Innenstadt! Alternativen, wie über die Von-Steuben-Stra0en sind auch nicht empfehlenswert, da ja immer noch ein Bahnübergang am Fahrweg den Autofahrern sorgen macht; Osthofen hat in den letzten Jahren zwei neue Bahnunterführungen gebaut, und in Worms? Diese Achse von der B9 über die Von-Steuben-Straße in die Innenstadt könnte die B9 entlasten. Doch leider tut sich hier nichts! Der vierspurige Ausbau der Rheinbrücke (von einer neuen Rheinbrücke kann man ja eigentlich nicht reden!) ist auch immer noch ziemlich sinnlos, da die B47 immer noch nicht ausgebaut ist. In Worms fehlt nur ein ganz kleines Stück, um die B47 (neu) mit der B9 zu verbinden. Aber statt Ausbau der B47 hat man Millionen in den Ausbau der Neusatzbrücke investiert, damit der Durchgangs- und Schwerverkehr weiterhin, wohl für viele Jahre, mitten durch die Stadt, durch Kolping und Cornelius-Heyl-Straße, fahren kann!

Das bring uns zurück zum Nibelungenring und dem Stadtbild!
Der ursprüngliche Nibelungenring war im 19. Jahrhundert von Hofmann als Prachtstraße mit monumentalen Prachtbauten mit Türmen und Toren geplant, wie wir es heute noch an der Nibelungenschule sehen; auch das monumentale Altsprachliche Gymnasium paßt in dieses Konzept. Zusammen mit Hofmanns Rheinbrückenturm sollte dem Besucher der Stadt eine imposante Ansicht des neuen Worms bieten. Statt dessen bietet sich dem Besucher ein eher chaotisches Bild: der Nibelungenring und Barborassaplatz haben ihr Gestalt verloren - alles ist in kleine Abschniitchen zerstückelt, ohne Straßenflucht, ohne Form. Stadtplanerischer Tiefpunkt!
Und der
Nibelungenplatz selbst – ein Kernstück von Karl Hofmanns Planung im späten 19. Jahrhundert – ist mittlerweile total verschandelt: in den 1980er Jahren hat man sogar noch ein neues Gebäude mit Laubengängen hier errichtet, so wie es Hofmann ursprünglich wollte. Ein „Square“ or eine piazza/placa, umgeben von Laubengängen auf drei Seiten, ein zentraler Platz für seine Prachtstraße mit dem Namen „Nibelungenring“. Und jetzt hat man zum Hohn diesen "Platz" in „Carl-Hofmann-Anlage“ umbenannt. Der große Architekt würde sich im Grab herumdrehen, wenn er wüßte, was hier los ist!'


Die längste Parkanlage – von Pfeddersheim bis Neuhausen

Worms Pfrimmpark Karl-Bittel-Park
Die Ostseite des Karl-Bittel-Parks. Der ehemalige See ist leider durch eine Wiese und ein Planschbecken ersetzt worden (und letzteres gibt es heute auch nicht mehr...). Vielleicht Zeit, den alten englischen Garten mit See wieder herzurichten.
Pfrimmanlage WormsDie Pfrimmanlage heute (2015). Eigentlich eine wunderschöne Allee. Mit direkteren Zugängen zur Pfrimm, mehr Fußgängerbrücken, mehr Bänke, Laubengänge,.... könnte man sich vorstellen, daß daraus eine einmalige Parkanlage, beiderseits der Pfrimm, werden könnte? Und dann ein Ausbau vorhandener Wege von Neuhausen bis nach Pfeddersheim. Das wäre doch toll, oder?
Im 19. Jahrhundert hatten wir Wormser Bürger mit Visionen. Carl Hofmann war der große Visionär  bei der Stadtplanung, der versuchte, aus der expandierenden Stadt mit seinen neuen Stadtteilen ein harmonisches Ganzes zu schaffen. Seine Bauten und Stadtplanung waren weltweit ein Erfolg. Spätere Generationen gingen leider wieder zu der ad hoc Stadtplanung zurück...  Aber es gab weitere Visionäre, die Parkanlagen schufen: der Stadtpark im Südwesten und der von Karl Bittel geschaffene Pfrimmpark im Westen (daher: Karl-Bittel-Park). Alles im Zeichen der neuen Urbanität des 19. Jahrhunderts. Und heute? Doch dabei bietet gerade die Pfrimm ein tolles Potential. Östlich des Pfrimmparks haben wir die Pfrimmanlage, nördlich der Pfrimm ein großzügiger Fuß- und Radweg. Westlich des Pfrimmpark gibt es auch einen Wanderweg... Alles in allem ließe sich all das in eine große Parkanlage von Pfeddersheim bis nach Neuhausen verwandeln - eine wichtige West-Ost-Achse für Spaziergänger und Radfahrer.



Stadtpark & Bürgerweide

Worms Bürgerweide Trimmm Dich Strecke
Worms Bau Alleen
Wunderschöne Alleen, wie hier am Rhein! Aber leider wurden zu viele Bäume in den letzten Jahren gefällt!
Was ist den von unserem anschließenden Stadtpark und dem Naherolungsgebiet noch übrig. Tatsächlich ist das Gelände doch erheblich geschrumpft im Vergleich zu den 1970er-90er Jahren!

Früher gab es den großen Abenteuerplatz südlich des „Grill Platzes“, die lange Trimm-Dich-Strecke  auf beiden Seiten des Rheindamms und natürlich das Forsthaus als beliebtes Ausflugsziel. Und heute? Davon existiert heute (Stand April 2016) nichts mehr!
Tatsächlich ist das Naherholungsgebiet Bürgerweide de facto geschrumpft, da es keine Aktivitätszonen mehr gibt: das Forsthaus aus dem 18. Jahrhundert wurde abgerissen, die Trimm-Dich-Strecke ersatzlos entfernt (obwohl die Hälfte der Trimm-Dich-Strecke auch vorher von der Rheinflut bedroht war!),  und auch der Abenteuerplatz ist seit vielen Jahren nur noch eine leere Wiese (zwei Mülleimer erinnern daran, daß es früher hier mal mehr gab...). Der Zoo ist der letzte nördliche Anlaufpunkt - das Gebiet nörlich vom Tiergarten ist so schlecht erschlossen wie noch nie seit den 1970er Jahren!
Im Stadtpark selbst kann man nach 18 Uhr nicht mal in die "Wäldcheswirtschaft", die mittlerweile nur noch von 12 bis 18 Uhr geöffnet hat, selbst im Sommer, wenn Wormser und Besucher sicherlich bis spät in der Nacht im Biergarten sitzen möchten....
Der Stadtpark verdient kaum noch das Prädikat „Park“. Die schönen Blumen- und Rosenbeete von einst sind verschwunden, der prachtvolle Eingang wurde nach dem Bau der 4-spurigen B9 nie ersetzt. Wann gab es denn so etwas in Worms?

Und dann hat die Stadt mal wieder „Hier!“ geschriehen, als es Gelder gab. Leider gab es Gelder für ein Überschwemmungsbecken am Rhein,.,.,.  Deshalb kann/will man woll heute nördlich der Eisbach nichts mehr inverstieren, wie eine neue Trimm-Dich-Strecke und neue Ausflugslokale & Co., da dieses Gelände ja nun bei der nächsten Flut vom Rhein überschwemmt werden könnte! Wiedermal ein toller Verlust für die Bürger der Stadt Worms. Ein gigantischer Verlust an Attraktivität im Gegensatz zu früher. Für über 80.000 Einwohner, plus Umfeld in Wonnegau & Ried und weitere Besucher, braucht man auch Erholungsflächen, und die hat man uns genommen! Hat man den „neune Äschebuckel“ vielleicht irgendwie gestalten in den letzten 20 Jahren, wie einst der Äschebuckel im Stadtpark? Natürlich nicht. Hat man vielleicht neue Wege angelegt, so daß man vom Stadtpark, zum Weiher, über die alte Eisback auf den neune Damm zum neuen Äschebuckel und weiter bis zur südlichen Stadtgrenze kommt?.... Nein, natürlich nicht. Statt dessen werden auch hier endlos Bäume gefällt. Wo einst ein Damm war, entlang der alten Trimm-Dich-Strecke, ist heute ein Graben, den man nicht überqueren kann! Es war schön früher auf dem Damm zwischen den beiden „Trimm-Dich“ Routen zu spazieren....
Wie so vieles in Worms ist auch dieses Areal einfach nur noch vergammelt...
.

Fürst, Schiffermast, Fischerweide & Co.

Ausgerechnet in Worms am Rhein, Ort der ältesten Fischerzunft in Deutschland, gibt es keinen Schiffermast mehr, der jahrzehntelang gepflegt wurde und zu jedem  Backfischfest besonders herausgeputzt wurde! Und warum...?
Und was ist mit der letzten Rheinbadeanstalt in Deutschland, den Fürst - das beliebte Ausflugsziel auf dem Rhein, das nach der Sanierung im sicheren Sicherheitshafen "untergegangen" ist, gleich neben dem (nicht mehr existierenden) Naturfreundhaus. Über hundert Jahre lang lag der Fürst im Rhein und war eine Besonderheit für alle Wormser und Besucher.
Die mittelalterliche Fischweide ist ein ganz besonderer Ort, doch wie viel Atmosphäre bietet denn die Fischweide heutzutage? Wie oft ist das Museum auf der Fischerweide geöffnet? Wo sind die schönen romantischen Gaslampen und das alte Pflaster?
Worms Rhein Fürst
Das Ende des "Fürsts"! Für immer???
Worms Rhein Fürst
Der "Fürst", bis vor wenigen Jahren eine große Attraktion am Rhein - wird es ihn jemals wieder geben?
Picture
Der Schiffermast 2015... Im April 2016 sieht es immer noch so aus...

Nibelungen-Center & Susannenturm

Worms Nibelungen CenterDas (fast) verlassene Nibelungen-Center, Jan. 2016. Chance für einen architektonischen Neuanfang?
Das Nibelungen-Center!!!! Das war das erste Einkaufszentrum in Worms, und leider kein großer Erfolg. Nun hat es wohl endlich ausgedient und könnte abgerissen werden. Das ist die Chance für unser Stadtbild. Wie hieß es doch vor 30 Jahren? „Worms hört nicht am Marktplatz auf“. Das ganze Areal südlich des Marktplatzes müßte radikal neugestaltet werden, aber nicht als Hinterhofparkplatz wie kürzlich die Koehlstraße. Mit dem geplanten Abriß des „Parkhaus am Dom (früher Koehlstraße)“ und des jetzt leerstehenden „Nibelungen-Centers“ haben wie ein tolle Chance für die Neugestaltung der historischen Altstadt. Ringsherum stehen noch die Überbleibsel der Altstadt, wie die viel Barockhäuser in Wollstraße und Kleiner Wollgasse, das immer noch kriegszerstörte Barockpalais in der Valckenbergstraße, die Palais des Freiherrn von Prittwitz („Adler-Apotheke“) am Neumarkt, u.v.a.m. In der Wollgasse markiert ein rund 1.700 Jahre alter Meilensteile den Mittelpunkt des römischen Worms/Borbetomagus.

Mit dem Bau des Nibelungen-Centers hat man in den 70er Jahren auch die Archäologie an dieser entscheidenden Stelle der Altstadt unwiederbringlich zerstört. Hier war nicht nur die mittelalterliche Stadtmauer (deren Fundamente sicherlich noch vorhanden waren), die dann weiter südlich beim Susannenturm (auf dem Gelände von „BMW Christmann“ in der Schönauer Straße) wieder in Fundamenten erhalten ist, und dann auch südlich der Pfauenpforte wieder erhalten ist (allerdings in Hinterhöfen und nicht allgemein zugänglich...). Nein, auf dem Gelände stand auch die Pankratiuskirche (daher der Name „Pankratiusgasse“, die heute eher einer Hinterhofeinfahrt ähnelt und nicht einer Altstadt-Gasse). Außerdem darf man nie vergessen, daß hier auch die römische Stadt weiterging, wie die Ausgrabungen in den 1980er Jahren eines römischen Hauses mit Hypocaustum (Fußbodenheizung) bei „BMW Christmann“ in der Schönauer Straße gezeigt haben; ein römischer Töpferofen aus der Spätantike von hier steht heute im Museum im Andreasstift. Aber auch hier hat man erst kürzlich die im Pflaster in den 1980er Jahren sichtbar gemachten Fundamente entfernt!

Der Abriß des Nibelungen-Centers biete also die Chance, den Verlauf der mittelalterlichen Stadtmauer wieder erkennbar zu machen und die Grünanlage, die sich entlang der Inneren Stadtmauer um die Altstadt zieht, endlich auch, nach über 100 Jahren der Stadtverschandlung, nördlich der Schönauer Straße bis zur Pfauenpforte weiterzuführen. Aber Neubauten sollten auch überlegt geplant werden: wir sind hier umgeben von Barockhäusern, z.B. in der Wollstraße, der kleinen Wollgasse, dem Neumarkt... Entlang der Pankratiusgasse könnten auf dem ehem. Nibelungen-Center-Areal Stadthäuser errichtet werden, die dem Stadtviertel wieder einen historischen und urbanen Charakter verleihen. Das ehemalige Verwaltungsgebäude von Doerr & Reinhardt bietet schon einen monumentalen Charakter; wichtig wäre, das man keine Plattenbauten errichtet, wie z.B. in den letzten Jahren in der Bebelstraße, sondern eine kleinteilige Bebauung, mit individuellem Charakter. Zwischen Schönauerstraße und den Neubauten entlang von Gerber- und Pankratisusgasse könnte dann eine Grünanlage entstehen, in Fortstetzung des Willi-Brand-Rings, und diese Grünanlage könnte dann bis zur Pfauenpforte weitergeführt werden, wo die mittelalterliche Stadtmauer ja noch existiert, wenn auch derzeit nur auf Privatbesitz...

Archäologischer Park - St Paul & Domplatz

Die Idee eines archäologischen Parks ist nicht neu! Aber leider wurde sie bisher nie ausgeführt. Ja, die römische Stadt. bzw. Kastellmauer, die in den 1980er Jahren ausgegraben wurde, hat man in der Bauhofgasse sichtbar gemacht, aber reicht das aus - für die älteste Stadt Deutschands?
Die archäologischen Ausgrabungen am Paulusstift in den 1980er Jahren wären ideal für einen archäologischen Park gewesen::2.000 Jahre Geschichte hätte man hier sichtbar machen können: von der Römerzeit mit röm. Straßen, Gebäuden, Befestigung, etc., zur frühmittelalterlichen Salierburg, an dessen Stelle vor über 1.000 Jahre das Paulusstift gebaut wurde, und zur St. Rupertus Kirche, die den Wormser Bischof Ruprecht, dem Neubegründer Salzburgs und Missionar der Bajowaren als Heiligen feierte! Doch leider wurde daraus nichts! Viel schlimmer: man hat sogar erlaubt, das auf diesem Kulturdenkmal Bäume gepflanzt werden: die Wurzeln zerstören seit Jahren den archäologischen Befund für immer!


Fischmarkt - Zerstörung eines mittelalterlichen Marktes

Der Fischmarkt, nördlich der Hagenstraße, und sein Umfeld sind mittlerweile zu einer völligen Wüstenlandschaft geworden. Der systematische Abriß der alten Bebauung - größtenteils aus der Barockzeit und dem 19. Jahrhundert - hatte schon Anfang der 1970er Jahre begonnen. Weiß jemand warum? Ursprünglich wollte man wohl einen langweiligen Wohnblock hierhinstellen, aber das ist nie passiert. War der Abriß der Altstadthäuser notwendig, oder der Abriß der Hagenschule?
Dies war ein wichtiger mittelalterlicher Platz. Bei einer Neugestaltung sollte man sich vom Obermarkt inspirieren lassen und einen neuen Platz gestalten und keine Betonwüste oder Vorort-Reihenhaus-Siedlung. Wir sind hier schließlich in der Altstadt von Deutschlands ältester Stadt! Einige der alten Gassen um den Fischmarkt herum haben "überlebt", zumindest sind Kopfsteinpflaster und Trottoirs einiger Gassen noch erhalten - 2015 - wenn auch die Häuser fehlen. Hier könnte ein wichtiges neues Altstadtviertel entstehen, daß die Lücke zwischen Wollgasse/Augustiner-Gasse und der Altstadt nördlich der Peterstraße (St Paul, Bärengasse, Lindwurmgasse, etc.) wieder schließen könnte!


Worms verlorene Altstadt Nachkriegszeit
Verlorene Altstadt. Fast die gesamte Altstadt zwischen Peterstraße und Hagenstraße wurde in den letzten Jahrzehnten restlos zerstört. Der Fischmarkt, die Große Kimpelgasse, die Kleine Riesengasse, das Obere und Untere Belgrad müssen wieder entstehen: Noch gibt es viele Spuren für eine Wiederbebauung.
Worms zerstörte Altstadt Fischmarkt
Blick von der Torturmstraße zur Hagenstraße (04/2016). Die historische Bebauung wurde hier nicht vom Krieg, sondern von Stadtplanern in den letzten 40 Jahren völlig zerstört, selbst die alte Hagenschule! Übrig bleiben häßliche Parkplätze mitten in der "Altstadt"! Darunter aber die Archäologie, vor allem die alte römische und frühmittelalterliche Stadtbefestigung, die hier sicherlich noch verläuft. Und wer weiß, was man noch alles findet. Östlich, zw. Fischmarkt und Torturm haben archäol. Ausgrabungen viel Interessantes zu Tage gebracht!

Industrieerbe - von Lederindustrie & Co. - der endgültige Untergang!

Worms Industrieerbe Leder IndustrieHeyl AG. Bis vor wenigen Jahren ein imposanter Bau in der Südstadt... Heute: Wüstenlandschaft mitten in der Stadt
In Worms reden alle von der guten alten Lederindustrie - man macht Ausstellungen, schreibt Bücher... Aber die letzten Überbleibsel der Lederindustrie wurden mittlerweile endgültig vernichtet - mit Ausnahme des Verwaltungsgebäudes von Doerr und Reinhard (bitte nicht abreissen!). Es gab viele monumentale Gebäude, die man als Wohnraum, Galerie, Museum, Büro, usw. hätte benutzen können. Konkrete Vorschläge gab es schon in den 1980er Jahren, doch nun ist alles weg. So viel zu unserem industriellen Erbe! Von Industriekulturgut und Industriearchäologie hat man in Worms wohl noch nichts gehört... Der Horizont einiger Leute ist wohl schon mit einer Handvoll Baudenkmäler überfordert und Worms hat Hunderte, plus das historische und kulturelle Erbe aus den 13 Vororten!!!.

Und auch bei dem ehemals größten Arbeitgeber in Worms, der Eisenbahn, sieht es nicht viel besser aus. Die über 100 Jahre alten Güterschuppen und das Bahnbetriebswerk sind alle vom Abriß bedroht. Im Lokschuppen stehen alte Lokomotiven und Triebwagen; aber ein Eisenbahnmuseum wird es wohl nicht geben, da es nicht in das "Nibelungen-Konzept" der Stadt paßt. Also wird wohl mal wieder alles abrissen. Kurzsichtig, blind,... Potentiale bleiben unbenutzt. Die Wormser Drehscheibe aus unserem Bahnbetriebswerk dreht sich heute in Neustadt. Das Neustädter Eisenbahnmuseum platzt schon immer aus allen Nähten und in Worms haben wir Platz! Aber nein: Abreissen, Vernichten, eine tabula rasa für Reihenhäuschen und Plattenbauten schaffen. Und der Abriß wird ja auch mal wieder blind vor sich gehen, wie immer, ohne Rücksicht auf mögliche Altlasten. Und soll nicht unter der ehemaligen zweiten Drehscheibe am ehemaligen Ringlokschuppen eine Dampflok in einen Bombenkrater gefallen sein und dort heute noch liegen...? Das wäre doch mal eine archäologische Ausgrabung ganz anderer Natur!
Anfang des 21. Jahrhunderts konnte man noch Ausflüge mit dem Schienenbus vom Wormser Hauptbahnhof über die städtische Hafenbahn zum Rhein machem. Vor allem der Pendler-Schienenbus vom Hbf zur Festwiese während des Backfischfests war sehr populär. Doch all das ist jetzt zu Ende.
Von der Verkehrspolitik wollen wir hier nicht reden. Ein Intercity Systemhalt wurde vom Oberbürgrmeister schon für 1993 öffentlich versprochen und was ist daraus geworden? Und wo sind die direkten Regional-Expresse nach Frankfurt? Die wären wichtig für die vielen Pendler, die in Biblis umsteigen müssen: das wäre entscheidend für die Attraktivität der Stadt! Wenn man eine Stelle in Frankfurt bekommt, muß man wohl umziehen, z.B. nach Biblis und Bürstadt. Wann wird die Strecke nach Kaiserslautern wieder eröffnet, die ohne Protest der Stadt Worms in den 1980er Jahren stillgelegt wurde? Und wo sind die versprochenen Bahnhöfe/Haltepunkte Worms-Süd, Worms-West und Worms-Nord: Sogar Alzey, Speyer und Frankenthal haben neue Haltepunkte bekommen. Und in Worms, wo es einmal 13 Bahnhöfe gab, tut sich mal wieder nichts.

Worms Güterbahnhof
Der alte Güterbahnhof! Eine schönere Architektur als die ganzen Plattenbauten und Reihenhäuser der letzten Jahre...
Worms, Lokschuppen, mögliches Eisenbahn Museum
Ein großer Lokschuppen. Während die DB ihre Fahrzeuge lieber im Regen stehen läßt, wird sie für Museumsfahrzeuge genutzt. Ideal für ein Transport oder Industrie-Museum! Es muß nicht immer Nibelungen sein....

Weitere Opfer...

Worms Jugendstl Art Nouveau Ensemble  Schlachthof abbatoir
Ein JUGENDSTIL-ENSEMBLE! Das war es jedenfalls bis 2014 als alles abgerissen wurde bis auf wenige, markante Bauwerke. Der ehemalge Schlachthof in Worms. Haben Stadt und Denkmalschützer Probleme mit dem Begriff "Ensemble" (wahrscheinich ja, weil es ein "Fremdwort" ist, aber für diese Leute ist ja auch Denkmalschutz ein Fremdwort, oder?) So viele Jugendstilhäuser wurden schon brutal vernichtet, obwohl sie die Bombardierung 1945 überlebt haben. Der Abriß der "Krawattenburg" am Neusatz in den 1970er Jahren (zwecks Hochstift-Erweriterung) kann man Stadtplanern heute noch nicht vergeben!
Worms Schlachthof Zerstörung destruction
Worms Altstadt Zerstörung Martinsgasse
Noch ein Opfer, noch ein Ensemble: die MARTINSGASSE. Bis 2014 war dies eine romantische Gasse, in der noch richtig Altstadtatmosphäre aufkam. Das Gesamtbild der Bauten war harmonisch, auch die Art, wie sich die Häuser entlang der mittelalterlichen Stadtmauer reihten. Und nun: ein neuer Betonklotz! Von der mittelalterlichen Stadtmauer ist nichts mehr zu sehen; Sie ist nun völlig zugebaut! Und den Begriff "archäologische Ausgrabung" wollen wir gar nicht gebrauchen: was lag wohl hier drunter: Gräber aus römischer und fränkischer Zeit...? Spätantike und frühmittelalterliche Bauten (Schließlich bedarf diese Kurvenlage eine Erklärung! Warum war die Stadtmauer hier in einer großen Kurve gebaut worden?). Wir wollen gar nicht von den häßlichen Garagen im Erdgeschoß des Neubaus reden: noch mehr Autoverkehr in der Martinsgasse.
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Und das ist alles, was von der mittelalterlichen Valentinsgasse übrig geblieben ist, nachdem fast alle Häuser abgerissen wurden. Haben wir kein Platz für die Valentinsgasse und kleinteilige Bebauung. Wird das bald alles planiert und ein gesichtsloser Wohnblock hingestellt, so wie es in Worms in den 1960er Jahren im großen Stil gemacht wurde?
Nein, diese mittelalterlichen Gassen müssen gerettet werden. und die Stadtplaner müssen endlich wieder verstehen, was eine kleinteilige Bebauung ist... (und ich meine keine Reihenhäuser!!!)
Die Valentinsgasse - so genannt nach der ehemaligen Valentins-Kapelle (daher: "Valentinstag", 14.2.), die hier mal stand! (Und deren Fundamente vielleicht noch da sind, wenn die Neubauten aus dem 1970er Jahren sie nicht zerstörten...)
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Aber genau hier liegt das Problem. Wir haben ein mittelalterliches Straßengewirr! Und das gilt es zu pflegen. Das schaft Lebensqualität, sieht gut aus, bietet romantische Gassen und kleine Häuser... Die Stadtsanierung in der Judengasse ist ein gutes Beispiel (müßte aber auch heute wieder neu saniert werden, zumindest ein neuer Anstrich für die Häuser der Judengasse...).
Statt dessen hat man aber Hinterhöfe geschaffen, so wie in der Valentinsgasse, Koehlstraße, Pankratiusgasse, oder hier in der Schildergasse.
Es gibt die großen Verkehrsachsen und alles andere wird zum Hinterhof ohne vernünftige Bebauung... Wir sind aber nicht in Mannheim. Wir sind in einer seit über 2000 Jahren gewachsenen urbanenen Stadtlandschaft und alle diese Gassen haben Geschichte, Leben, liebenswertes,... und die Vernachlässigung ist auch ein Einschnitt der Lebensqualität unserer Einwohner und Bürger.
Worms Schildergasse, zerstörte Altstadt
Dies ist kein Hinterhof, sondern die gute alte Schildergasse; im Hintergrund die Kohlgasse. Ist dies noch die historische, seit über 2.000 Jahren gewachsene historische Altstadt oder nur ein autogerechter Hinterhof zwischen Stephansgasse und Hafergasse?

Autos, Autos, Autos,... über alles

Selten gibt es eine Stadt mit so vielen Fußgängerzonen wie in Worms. Aber das war eine andere Epoche, die schon seit 20 Jahren vorbei ist. Heute ist Worms autofreundlich, und parken darf man überall, vor allem auch am Marktplatz (trotz Parkverbot), sogar auf dem Schloßplatz und selbst auf dem Domplatz, ebenso am Platz der Partnerschaft und am Weckerlingsplatz (wo auch Parkverbot ist)... Und ganz offiziell(?) parkt man heute auch auf der Rheinpromenade - einige am Hagendenkmal, andere unter der Rheinbrücke bei Kolb. So autofreudlich war man in Worms noch nicht mal in den 60er - 70er Jahren! Stadtverschandlung durch Autos.
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Der Marktplatz heute (Juli 2015). Hier ist überall PARKVERBOT! Aber das stört niemand. Die Bushaltestelle, die es vor der Dreifaltigkeitskirche mal gab, mußte bei der Neugestaltung verlegt werden, damit der BLICK AUF DIE DREIFALTIGKEITSKIRCHE FREIBLEIBT, so die offizielle Begründung! So viele Busse haben das Stadtbild hier sicherlich nie verdorben... Dafür stehen hier ungeniert Autos, Autos, Autos, genau vor der Dreifaltigkeitskirche, dem Haus zur Münze und dem Siegfriedsbrunnen. Zusammen mit dem alten Kiosk aus den 70er Jahren, zerstören die Autos völlig das Ambiente des Marktplatzes. Und warum werden Falschparker nicht bestraft?
Worms Marktplatz
Worms Dom Platz der Partnerschaft
Jahrzehntelang unvorstellbar: Auto Parkplatz auf dem Platz der Partnerschaft, eigentlich eine Fußgängerzone. Und die Sicht auf den romanischen Westchor des Doms, eine Meisterleistung mittelalterlicher Architektur, ist selten frei, weder für die Wormser noch für die zahllosen Touristen (wenn man heutzutage überhaupt noch auf den Platz kommt, der als Containerstadt für die Nibelungenfestspiele dient...!).
Worms Platz der Partnerschaft und Siegfriedstein am Dom
Vor 30+ Jahren: die aufwendige Neugestaltung des Platz der Partnerschaft und des Schloßpatzes als AUTOFREIE Fußgängerzone.
Worms Rhein Promenade Hagen Denkmal
Und jetzt darf man wohl bis zur Rheinpromenade vorfahren. Was solls: Rheinpromenade und Hagendenkmal kann man ja wohl zuparken. Warum nicht gleich bin in die nächste Gaststätte reinfahren...? (Das ist aber die deutsche Mentalität heutzugage: man kann alles machen, so lange man nicht erwischt wird! Respekt vor Mitmenschen hat man wohl keinen mehr!)
Worms Weckerlingsplatz Museum
Und immer öfter wird auch der Weckerlingsplatz nach über 30 Jahren wieder zum Pkw Parkplatz...

Grünanlagen & Parks - von Bäumen und Wasserspielen...

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Dieser gepflegte "Rasen" im "Willi-Brandt-Ring".
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Die selbe Stelle im Willi-Brandt-Ring, diesmal wurde der "Rasen" gemäht! Nun, vielleicht sollte man mal Gras säen...
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30 Jahre lang mußte man warten, bis die Bäume in der Hochheimer Straße groß genug waren. Dies war eine wunderschöne, beiderseits von Bäumen gesäumte Allee. Und dann wir eine Seite radikal gefällt - und warum? Schon seit Jahren stehen hier die Baumstämme auf der Nordseite (Photo Juli 2015). Und 2016 sieht man, daß es auf der rechten Seite nur noch Parkplätze geben wird, kein einziger Baum.
Worms ist voll mit Grünanlagen und Parks, siehe meine Hauptseite mit schönen Impressionen aus Worms. Doch leider sind sie nicht immer besonders gut gepflegt. Abseits von Lutherplatz und Adenauerring sieht es meist nicht so gut aus...  Und dazu kommt verstärkt, daß in den letzten Jahren sehr viele Bäume im gesamten Stadtgebiet gefällt wurden; schlimm genug - aber neue Bäume werden fast nie gepflanzt!
Siehe auch meine Seite zum Herrnsheimer Schloß
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Unvorstellbar. Ungepflegt. Dies ist die Grünanlage am Karlsplatz (2015)! Wo sind die schönen Hecken, Wege & Co. von früher. Und auch die Wasserspiele sind weg. Weiß noch jemand, wie schön es hier früher aussah?
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Der "Wassergarten" im Albert-Schulte-Park. Aber hier lief schon seit vielen Jahren kein Wasser mehr. Auch die ganzen anderen Springbrunnen, bis auf einen, wurden in Blumenbeete verwandelt...
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Und außerdem...

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Wird der Stiftskeller in der Stelzengasse jemals wieder eröffnen...??? Der Stiftskeller war eine Wormser Institution, eine Attraktion und ein gutes Medium, um für die zahllosen Wormser Weingüter Werbung zu machen. Wie viele große Ereignisse fanden hier statt?
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Und jetzt verkaufen wir schon Straßen in der Innenstadt? Ist die Hegelstraße wirklich ein "Privatweg"? Als hier noch die amerikanische Thomas Jefferson Village war, konnte man überall fahren und laufen... Und jetzt, wo die Chance bestand, das Wasserturmviertel aus dem 19. Jahrhundert und das Viertel um Konrad-Meit-Platz und Würdtweinstraße aus den 1920er Jahren zu verbinden, dann schafft man einen Irrgarten von Plattenbauten und Sackgassen.

Worms Architektur Strahlenbergstraße
Wohnungsbau der Stadt Worms in den 1920er Jahren... ...hier in der Strahlenbergstraße
Wormser Weststadt, zwischen Würdtweinstraße und Von-Steuben-Straße...(Nein, das ist nicht das "Westend", das erst hinter der Erenburger Straße beginnt, und erst recht nicht Neuhausen, das erst an der Grenzstraße anfängt: daher der Name "Grenzstraße"). In den 1920er Jahre hatte der soziale Wohnungsform noch architektonischen Stil... Heute gibt es eine Reihenhaussiedlung im Schuhkastenformat (oder sollen wir sagen Plattenbauten; diese wurden ja in Bebel- und Von-Steuben-Straße in den letzten Jahren hochgezogen!). Und das gute alte Kleinpflaster muß auch weichen, denn die neuen Häuser wurden ja wohl für eine utopische autofreundliche Stadt, wie man es sich einst in den 1960er Jahren vorstellte, gebaut. Soll das denn Stadtplanung sein?
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Worms Plattenbauten Seidenbenderstraße
Würdtwein- Ecke Seidenbenderstraße, April 2016
Worms modern gesichtlos
Das neue Worms: quadratisch, praktisch,... häßlich & gesichtslos

Worms Neubau Verschandelung
Noch eine "Bau-Leiche" (04/2016). Schon seit Jahren ist an diesem fünfstöckigen Bauklotz nicht mehr weitergearbeitet worden. Wie kann man so ein Bauwerk überhaupt in der Remeyerhofstraße erlauben, zwischen Stadtmauer und H-Mansbacher-Anlage im Süden und Remeyerhof und Liebfrauenkirche im Norden???! Nicht zu vergessen der Remeyerhof, wo vor rund 10 Jahren eine Reihenhaussiedlung einen Weinberg ersetzt hat.
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Das war doch auch mal wieder eine Glanzleistung: im Hintergrund ein Stück erhaltene Altstadt mir Friedrichskirche, Barockhäusern und dem "Roten Haus", das sogar die Zerstörung 1689 überlebt hatte. Das alles liegt nun im Schatten von "Kaiser Passage" und seinen Parkhaus-Zufahrten! Nicht zu vergessen, die zerstörte Archäologie unter dem ehemaligen Postamt und Dominikaner Straße. Auch das vorhergehende Kaufhaus "Horten" hatte vielleicht die römischen Niveaux noch nicht zu schwer beschädigt.
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SCHILDERWALD & CHAOS! Der Schilderwald in Worms ist schon schlimm genug, aber viel schlimmer ist die Konzeptlosigkeit, und wie man Autofahrer (und ebenso Fußgänger) durch die Stadt führt. Wie hier in der Rheinstraße: Zuerst heißt es LINKS zum Zentrum, dann wenige Meter später aber RECHTS für den PARK-RING. Für den neuen "City-Ring" - das kleine unscheinbare rote Schild hinter den Parkhaus Schildern - gilt gleich RECHTS & LINKS. Wir sind doch eh' schon im Zentrum hier!!! Kann man die Autofahrer nicht direkt zu den verschiedenen Innenstadt-Zielen führen? Und vielleicht ein "City-Ring" der funktioniert?
Worms Herrnsheim See Fischsterben im Park
Fischersterben im Schloßpark Herrnsheim (Dez. 2015). Sauberes Wasser im Schloßsee(?)
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Wie schon gesagt, Grünanlagen in Worms waren früher mal sehr gut gepflegt. Wie schön, daß man neue Blümchen im ehemaligen Sandkasten gepflanzt hat, während ansonsten die Anlage im Lutherring vergammelt. Soll hier denn alles "neugestaltet" werden? Davor muß man heutzutage in Worms Angst haben. Das bedeutet, wie immer, erstmal Bäume weg! Ansonsten ist auch nicht mehr viel da: Bänke sind sowieso eine Seltenheit im neuen Worms.
Worms Abfalleimer
So sehen neuerdings alle Mülleimer zwischen Stadtpark und Bürgerweide aus! Schön!!!!
Worms Beschilderung für Touristen
Schon gewußt? Wir haben jetzt auch einen "Willi-Brandt-PLATZ" und nicht nur den Willi-Brandt-RING, zumindest wenn man diesem Schild Glauben schenken möchte. Die Hinweise selbst sind wie immer sehr begrenzt: öffentliche Einrichtungen, wie Hochstift oder Neusatzschule/VHS werden nirgends erwähnt... Und Ortsfremde brauchen letztendlich doch einen Stadtplan, um sich zu orientieren. An die vielen Touristen aus dem Ausland denkt man sowieso nicht, noch nicht mal bei wichtigen Sehenswürdigkeiten, wie dem Judenfriedhof.

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Ralph Haeussler

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